Wenn die Erde in dir müde wird …

Die Erde ist unser inneres Zuhause. Sie versorgt uns mit Nahrung, warmherziger Liebe und Fürsorge, und sie gibt uns einen sicheren Boden für Körper, Herz & Seele.

Das Element Erde ist die Mutter aller Elemente. Sie hält, nährt und trägt uns körperlich wie seelisch. Auf der körperlichen Ebene gehört unser gesamtes Ernährungs- / Verdauungssystem und das Bindegewebe in die Erde. Seelisch schenkt sie uns die Qualität der liebevollen Mütterlichkeit und gibt uns Halt, wenn wir unsicher und ängstlich sind oder an uns selber zweifeln. Die Erde ist lebenstüchtig mit ihrem klaren Denken, mit dem sie das Leben anpackt und erfüllt.

Der Hunger auf Süßes sagt uns, dass die Erde schwach ist und dass sie selber Nahrung und Fürsorge braucht. Greifen wir im Süßhunger dann aber zu Zucker und Co. gerät unsere Erde völlig aus dem Gleichgewicht. Zucker schmeckt zwar süß, doch es ist eine „leere Süße“, die der Erde schadet und sie nur noch weiter schwächt. Sie wird kalt und leer und ruft noch lauter – und viele greifen zu noch mehr Zucker. So entsteht ein Teufelskreislauf aus einer schwachen Erde, Zuckerhunger und Antriebslosigkeit.

Die 5 Elemente Lehre aber schenkt uns ein tiefgreifendes Wissen darüber, wie wir unsere Erde mit gutem Süß stärken können, so dass sie uns sicher trägt und nährt und mit dem inneren und äußeren Leben verbindet.

Gerade jetzt im Januar 2021 lohnt es sich, dieses Wissen um die 5 Elemente für unsere Erde zu nutzen. In der chinesischen Astrologie finden wir in diesem Monat sehr viel Erde-Energie verbunden mit dem Monatstier des Erde-Ochsen. Da der Ochse eines der Wintertiere ist, bringt er zwar einerseits Beständigkeit und Geduld mit, andererseits aber auch Kälte und die Tendenz zu Trägheit und Schwerfälligkeit – genau die Dynamiken, die wir in einer schwer und sumpfig gewordenen Erde finden. 

Der Ochse als Erde-Tier bringt uns nicht nur als Monatstier jetzt im Januar eine ausgeprägte Erde-Energie, sondern zusätzlich auch als neues Jahrestier ab Februar. Noch sind wir im letzten Monat des chinesischen Jahres mit Wasser und Metall in der Metall-Ratte verbunden, doch die Schwingungen des Metall-Ochsen als neues Jahrestier werden schon immer spürbarer. So haben wir diesen Monat sehr viel Erde und einiges an Metall und Wasser. Doch Holz und Feuer mit ihrem Yang, ihrer Wärme und lebendigen Dynamik fehlen uns.

 

Wir haben jetzt im Januar wirklich viel Erde mit der Tendenz zu Kälte, Schwerfälligkeit und einer müden Trägheit.

Was bedeutet das für uns? Es kann sein, dass du eine ungewohnte Müdigkeit und Schwerfälligkeit spürst, die eigentlich nicht zu unserem westlichen Jahresbeginn passt. Viele Menschen sind normalerweise Anfang Januar voller Pläne und Ziele für das neue Jahr. Doch die ausgeprägte und eher kalte Erde in diesem Monat kann uns wirklich träge werden lassen – körperlich wie seelisch.

 

Vielleicht erlebst du körperlich eine Tendenz zu Wassereinlagerungen oder einer Gewichtszunahme, die gar nicht zu deiner Ernährung passt. Vielleicht wird deine Verdauung träge oder du erlebst einen ungewöhnlichen Süßhunger. Die Sumpfigkeit der Erde kann in diesem Monat vermehrt zu körperlicher Fülle und Schlacken führen, da eine träge Erde meist auch einen schwachen Stoffwechsel hat. Sie kann dann das Essen nicht mehr so gut in Energie transformieren, sondern lagert es eher als Schlacken ein.

 

Oder du wirst antriebslos, weinerlich und fühlst dich so gar nicht mehr willkommen, geliebt und zugehörig.

Auf der seelischen Ebene kann es sein, dass du dich allein im Leben fühlst, unwillkommen, nirgendwo zugehörig. Vielleicht wirst du ein bisschen weinerlich und jammerig. Oder du erlebst in Beziehungen eine Anhänglichkeit, die sonst vielleicht so gar nicht deine Art ist. Das sind nur einige der Varianten, wie eine kalt und schwer gewordene Erde in uns wirken kann.

 

Wenn du mehr über die verschiedenen körperlichen und seelischen Aspekte der Erde erfahren möchtest und wie du sie stärken kannst, dann schau dir mal meinen Kurs „Ganz in deiner Mitte“ an. Der passt ganz wunderbar jetzt in den Januar und gibt dir viel wertvolles Wissen über deine Erde und wesentliche Impulse, damit es ihr gut geht und sie dir ein vitales und warmherziges Zuhause für Körper, Herz & Seele bieten kann. Um sowohl die Monatsenergie des Erde-Ochsen wie auch die kommende Jahresenergie des Metall-Ochsen gut aufzufangen und vital nutzen zu können, biete ich den Kurs jetzt direkt Ende Januar wieder an. So kann er dich in den nächsten Wochen und Monaten wunderbar begleiten und deine Erde in ein lebendiges Gleichgewicht der Elemente bringen.

 

Ansonsten können wir einfach unser Wissen über die 5 Elemente Ernährung ganz wunderbar nutzen, um diesen eher schwierigen Monat gut in lebendige und kraftvolle Energien einzubetten:

Was wir jetzt brauchen ist eine schöne Yang-Wärme, um die Kälte des winterlichen Ochsen aufzufangen.

Da die Erde ohnehin schon eher schwerfällig ist, würde ich jetzt im Januar nicht unbedingt nur lang gekochte Eintöpfe essen. Die geben uns zwar eine wunderbare Wärme, aber sie können die träge Energie der Erde noch verstärken. Ich würde jetzt eher mit bunten Backofen-Gerichten arbeiten und mit dem Anrösten von Getreide und Kernen, um ihnen mehr wärmende Wirkung zu geben.

 

Auch wärmende Gewürze wie zum Beispiel Fenchel, Sternanis und Zimt, Kardamom, Kurkuma, Thymian und Rosmarin sind eine wunderbare Unterstützung. In meinem kostenlosen winterlichen Nachtisch-Glück (das jetzt direkt am 6.1.21 startet) findest du sogar köstliche Nachtische mit wärmenden Gewürzen – alles zuckerfrei, lecker und gesund.

 

Neben schön viel Wärme brauchen wir die aktive Dynamik im Holz-Element, damit die Erde uns wieder ein lebendiges Zuhause schenken kann.

Im Zusammenspiel der 5 Elemente kontrolliert das Holz die Erde, wenn sie mit ihrer Energie versumpft und träge geworden ist. Das Holz schenkt uns eine vitale Kraft, die uns in Bewegung bringt und uns Antrieb gibt. Das Holz hat Pläne und Ziele und es liebt Sport und Abenteuer, Herausforderungen und Wettkämpfe.

 

Die grünen Gemüse in der Ernährung spielen jetzt im Winter noch eine untergeordnete Rolle, aber du kannst grüne Sprossen und frische grüne Kräuter nutzen und den sauren Geschmack von Zitrone oder Pickles. Als Getreide sind Bulgur oder Grünkern ganz wunderbar. Du kannst sie beide vor dem Kochen rösten, um ihnen mehr Wärme zu geben. Auch seelisch kannst du dein Holz gut unterstützen, zum Beispiel indem du dich intensiv mit deinen Visionen, Zielen und Plänen beschäftigst. Auch jede Form von Kreativität, Humor und Geduld stärken dein Holz-Element und lassen es kraftvoll aufleben.

 

Und dann gibt es da die Bewegung draußen in der Natur.

Die träge Erde ist eher gemütlich und will sich nicht unbedingt bewegen. Doch je mehr du für Bewegung sorgst – am besten draußen in der Natur mit frischem Wind um die Nase – desto mehr wird die Erde-Energie auch in Bewegung gebracht. So kann sie zu lebendiger Kraft werden statt zu versumpfen.

 

Genieße eine wärmende Pilz-Suppe. Sie belebt dein Holz, damit es Schwung und aktive Dynamik in die Erde bringt.

Für 2 Portionen:

400 g Champignons
3-4 frische/1-2 getr. Shiitake-Pilze
1 Gemüsezwiebel
400 ml Gemüsekraftbrühe 
200 ml pflanzl. Sahne
Knoblauch, fr. Kurkuma & Ingwer
Öl, Pfeffer, Salz, Muskat, Sojasoße
frische Kresse, fr. Zitronensaft

Diese köstliche Suppe verbindet die  wohlig nährende Wärme einer cremigen Suppe mit der lebendigen Vitalität von Pilzen, Zitronensaft und frischer Kresse für dein Holz. Die Shiitake-Pilze unterstützen die Entschlackung. 

Die Zwiebel würfeln und mit Knoblauch, geriebenem Ingwer und geriebenem Kurkuma in Öl glasig anbraten. Dann die in Scheiben geschnittenen Pilze dazugeben (einige Pilze aufbewahren für das Topping), mit Brühe ablöschen und 30 Min. köcheln lassen. Mit der Pflanzensahne zusammen fein pürieren, einen Spritzer Zitronensaft dazugeben und mit Sojasoße und Gewürzen abschmecken.

Als Topping einige der Champignons in feine Scheiben schneiden, in Öl kross anbraten und mit Sojasoße ablöschen. Die herzhaft gebratenen Pilze und die frische Kresse über die Suppe geben und genießen. 

Diese Suppe ist ein wunderbares Abendessen, aber du kannst sie auch gerne zum Frühstück genießen oder einfach mal zwischendurch, wenn dein Seelchen ein bisschen Wärme und Dynamik braucht.

Neben der Wärme ist Entschlackung gerade wunderbar hilfreich.

Eine sumpfige, schwerfällige Erde führt mit ihrem trägen Stoffwechsel oft deutlich zu vermehrter Verschlackung. Deshalb ist ein zweiter guter Fokus für diesen Monat ein bisschen Entgiftung und Entschlackung. So kannst du zum Beispiel verschiedene Tees nutzen wie Tee aus Getreide, Brennesseln, frischen Kürbiskernen, Shiitake-Pilzen oder Hato-Mugi. Oder du isst ein Congee aus Reis oder Hirse und nutzt frische grüne Gemüse, um den Darm zu „putzen“ und die Leber zu unterstützen. Es gibt natürlich vielfältigste Varianten für Entgiftung und Entschlackung, aber ich würde dabei immer darauf achten, dass genügend Wärme im Spiel ist. Also eher keine Rohkost, rohes Obst, Salate oder Kuhmilch-Produkte, da sie alle eine thermisch kalte Wirkung haben, die die ohnehin eher kalte Erde jetzt im Januar nur weiter belasten würden.

Oder du nährst und entschlackst deine Erde mit einem süßen Zitronen-Congee mit Birnen und ein bisschen Zitronen-Pfiff.

Für 2 Portionen:

1/2 Tasse Reis + 2 Tassen Wasser
1 Bio-Zitrone, 2 Birnen
3 EL Reissirup
1 TL Mandelmus 
1 Tasse Apfel- oder Birnensaft
1 EL Kuzu, 1 Sternanis
1 TL  geriebener frischer Ingwer
frische Kresse, fr. Zitronensaft

1 Tasse Sesam, 1 TL Kokosfett

Reiscongee ist eine wunderbare und vielseitige Möglichkeit, Entschlackung mit Genuss zu verbinden. Denn eine hungrige, schwache Erde braucht Essen, dass sie lecker findet und mit dem sie sich liebevoll eingehüllt fühlt.

Den Reis mit dem Wasser, dem Abrieb einer halben Zitrone und einer Prise Salz 2 Stunden köcheln, bis er zu einer wässrigen weichen Reismasse wird – das Congee. Zum Schluss mit etwas Reissirup süßen und mit Mandelmus mischen.

Während der Reis kocht schneide die Birnen in Stücke und köchel sie mit dem Sternanis und dem geriebenen Ingwer 15 Min. in Apfel- oder Birnensaft. Das Kuzu mit kaltem Wasser anrühren und dann in die köchelnden Birnen einrühren, bis er leicht andickt. 

Für das Sesamkrokant erhitze das Kokosfett mit 2 EL Reissirup. Dann gib den Sesam dazu und lass ihn kurz karamellisieren. Gib den süßen Sesam auf etwas Backpapier und lass es abkühlen. 

Dieses süße Zitronen-Congee nährt deine Erde mit gutem Süß, wenn sie danach ruft, und gibt dem Holz den zitronigen Pfiff. Gleichzeitig unterstützt es die Entschlackung durch das Congee und den Ingwer. So kann deine Erde alles loslassen, was dir nicht gut tut, und bekommt die Nahrung und Energie, die sie braucht. Und das Sesamkrokant wärmt und stärkt deine Wurzeln.

Wenn du mehr über die Energien in diesem Monat und ihre Wirkungen wissen möchtest, dann schau dir unseren “Energy-Talk” an, den ich jeden Monat mit Steffi Kroll zusammen mache. Darin erzählen wir dir aus den Welten von Feng-Shui, chinesischer Astrologie, Psychologie und 5 Elemente Ernährung, wie du deine Energie in Körper, Herz & Seele mit den 5 Elementen jeden Monat bewusst unterstützen und “lebendigen” kannst. 

Ich wünsche dir einen sanften, ruhigen Januar mit einer glücklichen Erde, die ihre Energie lebendig nutzt, um dir ein warmherziges Heim zu schenken und dich mit dem Leben zu verbinden. Hab dein Holz gut im Blick und lass deine Erde nicht traurig, müde und sumpfig werden.

Alles Liebe, deine Birgit

5 Gedanken zu „Wenn die Erde in dir müde wird …“

  1. Hallo liebe Birgit, was für ein inspirierender Artikel für den Januar! Vielen Dank!

    Eine Frage zum Reis: Kann ich da Vollkornreis nehmen für den Reiscongee? Oder ist weisser Reis besser?

    Als Yogaübung zum Monat Januar eignet sich übrigens der KRIEGER ganz wunderbar, um das Holz-Element zu unterstützen. Der Krieger schenkt uns Kraft, Energie und Durchhaltevermögen und fördert unsere dynamischer Willenskraft. Und bei den verschiedenen Krieger-Variationen können wir Kreativität und Humor in diese fordernde Yogaübung bringen.

    Herzlichen Gruss
    Carolin

    Antworten
    • Liebe Carolin, wie schön, dass der Artikel dir gefällt. Ich bin auch immer wieder berührt von dem Zusammenspiel mit den übergeordneten Energien. Es ist so hilfreich zu wissen, warum ich gerade ein bisschen träger und müder bin als sonst 😊.

      Für das Congee kannst du Vollkornreis nehmen, dann ist aber gut, ihn länger zu kochen. Ich nehme für ein Congee eher den hellen Bio-Basmati-Reis.

      Hab herzlichen Dank für den Hinweis auf den Krieger – so können wir unsere Energien jetzt im Januar nicht nur mit unserer Ernährung und den guten FengShui-Tipps von Steffi, sondern auch mit bewusstem Yoga von dir unterstützen.

      Ich wünsche dir viel Freude mit dem Zitronen-Congee und einen wundervoll lebendigen Januar.
      Herzliche Grüße zurück
      Birgit

      Antworten
  2. Liebe Birgit,
    vielen lieben Dank für die tolle Idee.
    Gerne würde ich so etwas zum Frühstück machen, aber dann muss ich soooooo früh aufstehen……
    hast Du dafür auch ein Rezept was schneller geht oder muss der Reis so lange kochen?
    Liebe Grüße Angelika

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    • Liebe Angelika, wie schön von dir zu hören. Du kannst das Reiscongee einfach vorkochen und es dann zum Frühstück einfach nur noch einmal kurz aufkochen, damit es dann schön warm ist. Die TCM sagt, lang gekochte Nahrung ist im Kühlschrank wunderbar ein paar Tage haltbar. Ich koche manchmal eine größere Menge Reiscongee und fülle es dann direkt kochend heiß in größere Schraubgläser. Nach dem Abkühlen hält das Congee sich wunderbar bis gut eine Woche im Kühlschrank. Ansonsten kannst du das Rezept natürlich auch ganz wunderbar mit Quinoa machen. Quinoa geht relativ schnell und ist sehr nährend. Dann hast du nur nicht so viel entschlackende Wirkung wie beim Reiscongee.
      Ich wünsche dir viel Freude mit dem Rezept.
      Liebe Grüße, Birgit

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